> bei Jugendlichen und Erwachsenen > Fieber

In diesem Kapitel finden Sie Informationen

zu folgenden Fragen:


Wie entsteht Fieber und welche Funktion hat es?

Wie macht sich Fieber bemerkbar?

Was tun bei Fieber?

Wann sollte man zum Arzt gehen?


Wie entsteht Fieber und welche Funktion hat es?

Fieber ist keine Krankheit sondern eine Schutzreaktion des Körpers gegen Infektionen. Es zeigt an, dass der Körper sich gegen eine Krankheit zur Wehr setzt. Der Hypothalamus, die Schaltzentrale in unserem Gehirn, fährt dabei die Körpertemperatur hoch. Hintergrund ist, dass unter höheren Temperaturen biochemische Vorgänge im Organismus schneller ablaufen können. Dazu gehören auch Vorgänge, die mit der Abwehrreaktion des Körpers gegen Erreger zu tun haben. Der Körper schafft ein „unfreundliches Klima“ für Erreger.

Häufige Auslöser sind:

 

  • Erkältungskrankheiten, Grippe, Bronchitis
  • Nieren-, Blasen-, Magen-Darm-Infektionen
  • Brustdrüsenentzündung
  • Blutvergiftung, Wundinfektionen
  • Rheuma
  • Malaria
  • Sonnenstich
  • Extremer Flüssigkeitsverlust
  • Medikamente
  • Bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern: Zahnen, Kinderkrankheiten (Masern, Mumps etc.)
  • Mittelohrentzündung

 


Wie macht sich Fieber bemerkbar?


Für einen Kampf gegen Krankheitserreger muss der Körper alle Energiereserven aktivieren. Dafür baut er Nährstoffe ab. Resultat dieses Abbaus ist, dass wir uns müde und schlapp fühlen, wenn wir Fieber haben. Der Körper zwingt uns zur Ruhe und spart damit Kraftreserven. Den meisten Menschen ist dann auch kalt. Das liegt daran, dass die Erhöhung der Körperkerntemperatur auf Kosten der Hautdurchblutung geschieht: durch eine Verengung der Hautgefäße vermindern sich Wärme- und Flüssigkeitsabgabe, die Temperatur im Inneren des Körpers steigt obwohl die Extremitäten kalt sind. Ihren Höhepunkt erreicht die Fieberkurve meist am frühen Abend. Während der Anstieg des Fiebers meist von Frieren (Schüttelfrost) begleitet wird, geht das Abfallen mit Schwitzen einher.

Hinzu kommen gerade bei Erkältungskrankheiten Glieder-, Muskel und Kopfschmerzen. Haut und Lippen fühlen sich trocken an, und man verspürt keinerlei Appetit. Die Atmung geht schnell und flach, manche Menschen bekommen Herzrasen. Großer Flüssigkeitsverlust kann Kreislaufschwäche mit niedrigem Blutdruck und erhöhter Pulsfrequenz verursachen. Bei sehr hohem Fieber kann vereinzelt eine Bewusstseinstrübung (Fieberdelir) eintreten.


Was tun bei Fieber?


Bei Verdacht auf Fieber sollte zunächst einmal die Temperatur gemessen werden. Messen lässt sich Fieber im After (rektal), unter der Zunge oder in der Achselhöhle, wobei die rektale Messung um ca. 0,4 °C höher ausfällt als die an anderen Stellen gemessene. Diese Methode ist genauer als alle anderen.
Neuerdings werden aber auch Geräte angeboten, welche die Temperatur zuverlässig über den äußeren Gehörgang erfassen. Damit entfällt die manchmal unangenehme Messung im After. Ein Fieberthermometer ist auf jeden Fall unverzichtbarer Bestandteil der Hausapotheke. Empfehlenswert sind moderne Digitalmessgeräte, mit denen sich schnell und zuverlässig die Temperatur ermitteln lässt.

 

Von mäßigem Fieber spricht man, wenn die Körpertemperatur 38 °C beträgt. Ab 39 °C sollten dringend fiebersenkende Mittel verabreicht werden. Eine Hilfe zur Bewertung der jeweiligen Fiebertemperatur gibt Ihnen die folgende Tabelle:

 

36,5 - 37,5 °C
normale Körpertemperatur
37,5 - 38,0 °C erhöhte Temperatur
38,0 - 39,0 °C mäßiges Fieber
39,0 - 40,0 °C hohes Fieber
> 40,0 °C sehr hohes Fieber

 

Um den natürlichen Selbstheilungsprozess nicht zu stören, sollte leichtes Fieber nicht gleich mit Medikamenten gedrosselt werden. (Außer bei Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen, oder alten geschwächten Menschen). Ab 39 °C empfiehlt sich bei Jugendlichen und Erwachsenen eine medikamentöse Behandlung. Ein möglicher (Fieber-)Schaden sollte aber immer gegen den möglichen (Fieber-)Nutzen abgewogen werden, am besten natürlich in Rücksprache mit Ihrem Arzt.

 

 

Fieber ist Höchstleistungsarbeit für den Organismus, welche den Wärmehaushalt besonders beansprucht. Darum empfiehlt sich:

 

  • Schonung und Bettruhe
  • Außerdem gilt: Viel trinken! Am besten 2 bis 3 Liter täglich, vorzugsweise stilles Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Kräutertees. Insbesondere Kinder und ältere Menschen, da diese leicht „austrocknen“. Der Flüssigkeitsverlust treibt Fieber noch mehr in die Höhe.
  • Nur leichte Bettdecken, damit es keinen Wärmestau gibt.
  • Wadenwickel bei höheren Temperaturen, ca. 20 Minuten lang die Unterschenkel umwickeln, am besten
    mit kalten, in Essigwasser getränkten Tüchern
  • Ansteigendem Fieber mit Schüttelfrost kann mit einer Schwitzkur begegnet werden: Holunderblüten- oder Lindenblütentee sehr heiß trinken und ein heißes Erkältungsbad nehmen. Im Anschluss unbedingt mindestens 2 Stunden Bettruhe einhalten.
  • ben-u-ron mit reinem Marken-Paracetamol wirkt fiebersenkend und hilft gleichzeitig gegen Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Bei bakteriellen Infektionen helfen Antibiotika, die nur vom Arzt verordnet werden können.

Wann sollte man zum Arzt gehen?


Bei hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und lang anhaltenden Fieberzuständen muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Er nimmt eine gründliche Untersuchung vor und klärt die Ursache unter Einbeziehung der Krankengeschichte und aller Beschwerden. Eventuell werden Blut-, Urin-, Stuhl- oder Schleimproben zur weiteren Untersuchung im Labor genommen oder weitere diagnostische Hilfsmittel wie z. B. Röntgenaufnahmen zu Rate gezogen.

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