> bei Kindern bis 12 Jahre > Fieber bei Kindern

In diesem Kapitel finden Sie Informationen

zu folgenden Fragen:

 

 

Was ist Fieber und welche Funktion hat es?

 

Woran bemerkt man Fieber bei einem Kind?

 

Was können Sie tun, wenn Ihr Kind Fieber hat?

 

Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

 

Was ist ein Fieberkrampf?

 


Was ist Fieber und welche Funktion hat es?

 

Fieber hilft dem Körper, sich selbst zu heilen.


Fieber ist keine Krankheit sondern eine Schutzreaktion des Körpers gegen Infektionen.
Es zeigt an, dass der Körper sich gegen eine Krankheit zur Wehr setzt.
Der Hypothalamus, die Schaltzentrale in unserem Gehirn, fährt dabei die Körpertemperatur hoch. Hintergrund ist, dass unter höheren Temperaturen biochemische Vorgänge im Organismus schneller ablaufen können. Dazu gehören auch Vorgänge, die mit der Abwehrreaktion des Körpers gegen Erreger zu tun haben. Der Körper schafft ein „unfreundliches Klima“ für Erreger.

Für einen K
ampf gegen Krankheitserreger muss der Körper alle Energiereserven aktivieren. Dafür baut er Nährstoffe ab. Resultat dieses Abbaus ist, dass wir uns müde und schlapp fühlen, wenn wir Fieber haben. Der Körper zwingt uns so zur Ruhe und spart damit Kraftreserven. Den meisten Fiebernden ist auch kalt. Das liegt daran, dass die Erhöhung der Körperkerntemperatur auf Kosten der Hautdurchblutung geschieht: durch eine Verengung der Hautgefäße vermindern sich Wärme- und Flüssigkeitsabgabe, die Temperatur im Inneren des Körpers steigt, obwohl die Extremitäten kalt sind.

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Krankheitszeichen.


Da Fieber als Begleiterscheinung unterschiedlichster Krankheiten bei Kindern auftritt, darf Fieber nie allein als Maßstab für die Schwere der Erkrankung genommen werden. Es muss immer auf die weiteren Krankheitszeichen (Symptome) geachtet werden.

Zu den häufigsten Fieberursachen zählen:

 

  • Blasenentzündungen
  • Blinddarmentzündung
  • Bronchitis
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Infekte der oberen Atemwege
  • Lungenentzündung
  • Magen-Darm-Infekte
  • Mittelohrentzündung
  • Virusinfektionen, wie z. B. bestimmte Kinderkrankheiten


Woran bemerkt man Fieber bei einem Kind?


Säugling schlafend Ein Kind, das eine fieberhafte Erkrankung ausbrütet, ist beispielsweise stiller als gewöhnlich. Oft mangelt es an Appetit oder das Schlafbedürfnis ist größer. Steigt die Temperatur an, ist das häufig mit einem Zittern verbunden. Wird dieses Muskelzittern sehr stark und unkontrollierbar, spricht man von „Schüttelfrost“.

Die Haut ist blass, Hände, Füße und Nase sind kalt.

Zur Temperaturerhöhung setzt der Körper verschiedene Strategien ein. Zunächst wir
d die Durchblutung der Haut zurückgefahren, um die Wärmeabgabe einzuschränken. Dies geschieht durch ein Verengen der kleinen Blutgefäße. Über das oben bereits erwähnte Muskelzittern wird Wärme erzeugt. Auf dem Höhepunkt des Fiebers ist der Körper sichtlich erhitzt. Jetzt „glüht“ das kranke Kind. Das Gesicht oder auch der ganze Körper ist hochrot und heiß, die Augen wirken müde und matt. Teilweise bekommen Kinder Orientierungsschwierigkeiten und „phantasieren“.


Es muss nicht immer etwas Schlimmes dahinterstecken.

Babys und kleinere Kinder sind deutlich anfälliger für Fieber als Jugendliche und Erwachsene. Bereits bei kleineren Gesundheitsstörungen erhöht sich ihre Körpertemperatur. Oft lässt sich im Alltag nicht sofort erkennen, aus welchem Grund ein Kind einen Tag lang oder nur eine Nacht lang Fieber hat. Fieber muss nicht unweigerlich bedeuten, dass etwas Schlimmes dahinter steckt. DieTobender Junge Regulierung der Körpertemperatur ist ein komplizierter Prozess, dessen Steuerung gerade bei Babys und Kleinkindern noch nicht ausgereift ist. Selbst starker Durst, eine zu warme Decke oder die Hitze eines Sommertages können ein Baby sehr erhitzen. Auch bei kleinen Kindern, die stark herumtoben und körperlich aktiv sind, ist die Körpertemperatur oftmals erhöht. Das Kind schafft es noch nicht, seine Körpertemperatur gegenüber solchen Einflüssen stabil zu halten. Umgekehrt kann es sein, dass ein sehr junges Baby trotz eines Infekts kaum Fieber bekommt: Da sein Abwehrsystem noch nicht voll funktionsfähig ist, ist auch der Schutzmechanismus Fieber noch nicht sicher einsatzbereit. Gerade im ersten Lebensjahr ist ärztlicher Rat daher in allen Zweifelsfällen unentbehrlich. Das gilt auch, wenn Ihr Baby sich ungewöhnlich verhält, etwa schlecht trinkt, auffallend müde oder gar apathisch ist.

Hohes Fieber ist in jedem Fall ein deutliches Krankheitszeichen, das ernst genommen werden muss. Es kann wichtige Körperfunktionen stark beeinträchtigen und ist für den Organismus eine sehr große Belastung, weshalb Sie unbedingt ärztliche Hilfe hinzuziehen sollten.


Was können Sie tun, wenn Ihr Kind Fieber hat?


Wenn Verdacht auf Fieber besteht, muss umgehend die Körpertemperatur gemessen werden.
Um einen genaueren Wert zu erhalten, misst man die Körpertemperatur bei Kindern am besten mit einem digitalen Thermometer im Po (rektal) oder im Ohr. Wobei die rektale Messung einen exakteren Wert ergibt. Wird unter der Zunge gemessen, ist das Ergebnis um etwa 0,5 °C zu niedrig – unter der Achsel bekommt man einen Wert, der bis zu 1 °C zu niedrig ist. Um während des Fieberverlaufs das Fieber besser kontrollieren zu können, sollte man immer an der selben Körperstelle und zur selben Tageszeit messen – die Körpertemperatur ist im Allgemeinen morgens niedriger und spätnachmittags höher.

Ein fieberndes Kind braucht mehr Flüssigkeit als gewöhnlich, weil es über die Haut Wärme und
Flüssigkeit abgibt. Es muss also viel zu trinken bekommen. Dabei sind kleine, häufig verabreichte Mengen grundsätzlich besser, wenn notwendig auch löffelweise. Am besten sind leicht gesüßte Tees oder Wasser, eventuell verdünnter Saft. Wenn Ihr Kind ausreichende Mengen Flüssigkeit zu sich nimmt, ist es nicht weiter schlimm, wenn es ein paar Tage lang nichts Richtiges isst. Auch die Bettwäsche und die Handtücher sollten häufig gewechselt werden. Ganz wichtig: Lüften Sie regelmäßig für fünf Minuten durch – das Kind sollte sich in dieser Zeit in einem anderen Raum aufhalten.

Auch zusätzliche Fürsorge fördert den Genesungsprozess. Kranke Kinder sind häufig müde und gereizt. Sie schlafen viel, und wenn sie wach sind, haben Sie gerne ihre Eltern um sich. Sie können ihren Eltern wehleidig und zimperlich erscheinen. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn Sie Ihr Kind dann ein wenig verwöhnen. Lesen Sie ihm vor, spielen Sie mit ihm und bleiben Sie bei ihm.

In jedem Fall sollte man regelmäßig die Temperatur kontrollieren und die Werte notieren, um Sie dem Arzt zeigen zu können. Bei einer leicht erhöhten Temperatur bedarf es noch keiner fiebersenkenden Mittel. Ab einer Körpertemperatur von 38,0 °C sind folgende Maßnamen möglich:

> Die Behandlung mit Hausmitteln
> Die Behandlung mit Arzneimitteln – das passende ben-u-ron

 

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Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

 

Fieber ist eines der häufigsten Krankheitssymptome im Kindesalter und kann die unterschiedlichsten Ursachen haben – harmlose, aber auch ernsthafte. Deshalb sollte bei Fieber, vor allem bei Fieber über 38,5 °C, stets der Arzt hinzugezogen werden. Besonders, wenn das Fieber länger als zwei Tage anhält oder wiederkehrt. Gefährlich wird Fieber für den Organismus auf jeden Fall, wenn es über 40 °C ansteigt. In diesem Fall muss es unbedingt behandelt werden, um den Körper vor möglichen bleibenden Schäden zu bewahren. Fiebersenkende Maßnahmen sind allerdings bereits bei Temperaturen zwischen 39 °C und 39,5 °C sinnvoll wenn Kinder sich schon recht krank fühlen können und vor allem von Austrocknung bedroht sind. Bei Babys unter drei Monaten, deren Immunsystem sich noch erst entwickelt, muss man bereits bei Werten über 38,0 °C reagieren, d.h. den Arzt hinzuziehen.

 

Ein Kinderarzt ist unbedingt zu konsultieren, wenn:

 

  • das Fieber länger als einen Tag anhält
  • das Fieber trotz Wadenwickeln und medikamentöser Behandlung nicht sinkt
  • das Kind hohes Fieber (ab 39 °C) hat
  • weitere Krankheitszeichen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag etc. hinzukommen
  • das Fieber mit einem Fieberkrampf einhergeht
  • das Kind trotz wirksamer fiebersenkender Maßnahmen weiterhin deutlich geschwächt ist und leidet

Fiebereinstufung

 

Eine Hilfe zur Bewertung der jeweiligen Fiebertemperatur gibt Ihnen die folgende Tabelle:

 

36,5 - 37,5 °C
normale Körpertemperatur
37,5 - 38,0 °C erhöhte Temperatur
38,0 - 39,0 °C mäßiges Fieber
39,0 - 40,0 °C hohes Fieber
> 40,0 °C sehr hohes Fieber


Was ist ein Fieberkrampf?


Fieberkrämpfe treten vor allem bei rasch ansteigendem Fieber im Zusammenhang mit einer Infektion auf. Das Kind wird blass und verdreht die Augen. Die Gesichtsmuskulatur, der ganze Körper oder einzelne Gliedmaßen zucken in Intervallen. Das Kind ist nicht ansprechbar. Manchmal spuckt es, hält den Atem an und fällt in eine kurze Bewusstlosigkeit. Für Eltern, die so etwas zum ersten Mal erleben, ist das eine schreckliche Situation. Verständlicherweise sind Sie in großer Sorge um Ihr Kind.

Was Mütter und Väter wissen sollten: In den meisten Fällen ist ein Fieberkrampf nach einigen Minuten vorbei. Das Kind hat keine Schmerzen, es bekommt von dem Krampf nichts mit und ist normalerweise nicht in Gefahr. Ein Krampf muss nicht bedeuten, dass Ihr Kind schwer erkrankt ist. Insbesondere bei Babys und sehr kleinen Kindern kann die Unreife des Gehirns oder eine familiär bedingte, genetische Veranlagung der Auslöser eines Krampfes sein. Ist der Anfall vorüber, schläft das Kind meist sehr tief.

Rufen Sie in jedem Fall sofort Ihren Kinderarzt oder einen Notarzt, wenn Ihr Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf hat. Es muss ausgeschlossen werden, dass eine ernste Erkrankung vorliegt. Möglicherweise braucht Ihr Kind Medikamente. Auch das Fieber muss gesenkt werden. Jedes Kind, das erstmals einen Fieberkrampf hatte, muss danach gründlich untersucht werden.

Das können Sie tun, solange der Anfall andauert:

 

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind rundum genügend Platz hat und sich nicht verletzen kann.
  • Versuchen Sie nicht, es festzuhalten oder ihm etwas einzuflößen, sondern lassen Sie es ganz in Ruhe.
  • Sprechen Sie beruhigend.
  • Beobachten Sie den Anfallsablauf möglichst genau und registrieren Sie die Dauer. Der Arzt benötigt diese Informationen, um die Ursache herauszufinden und zur weiteren Behandlung.
  • Bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage oder in die Bauchlage (Kinder unter zwei Jahren), sobald der Krampfanfall vorbei ist.
  • Rufen Sie so schnell wie möglich einen Notarzt.
  • Beruhigen Sie das Kind, halten Sie es warm, und lassen Sie es nicht allein, bis der Arzt eintrifft.

 

Die meisten Kinder bekommen nur einmal einen Fieberkrampf. In seltenen Fällen treten jedoch Wiederholungen auf. Möglicherweise verschreibt der Arzt Ihrem Kind ein krampflösendes Medikament, welches Sie ihm dann gleich zu Beginn eines Krampfes geben können.

 

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