Vorbeugen ist wichtig
Damit Kopfschmerzen bei Kindern erst gar nicht auftreten, sind prophylaktische Maßnahmen besonders wichtig. Dazu gehören simple Dinge wie ausreichend regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten. Hilfreich sind auch Entspannungsverfahren, etwa die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Fantasiereisen oder Yoga.
Bei chronischen Spannungskopfschmerzen sowie stärkeren und häufigen Migräne-Attacken empfehlen Experten zur Vorbeugung Biofeedback-Verfahren sowie verhaltensmedizinische Programme, bei denen die Kinder etwa Stress- und Schmerzbewältigung einüben und lernen, Reize besser zu verarbeiten.
Maßnahmen zur Prophylaxe und als Begleitung
zu einer klassischen Schmerztherapie
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
Das Kind lernt die verschiedenen Muskeln seines Körpers kennen. Sie werden im Sitzen oder Liegen für einige Sekunden angespannt und dann wieder entspannt. Zum Beispiel ballt man die Hand zur Faust, öffnet und lockert sie wieder. Neben der direkten Muskelentspannung verringert sich so die Schmerzanfälligkeit des ganzen Organismus. Auch Kinder, die jünger sind als zehn Jahre, können diese Methode bereits erlernen. Es gibt entsprechende CDs und Bücher, in denen das Verfahren beschrieben wird. Eltern sollten im besten Fall mit dem Kind gemeinsam üben – sie tun sich damit selbst auch etwas Gutes.Fantasiereisen
Diese „Imaginationsaufgaben“ bereiten gerade Kindern sehr viel Freude. Die Kleinen lernen dabei, sich Bilder und Situationen vorzustellen, die sie als angenehm empfinden. Man unterscheidet meist zwischen Fantasiereisen und „geführten“ Imaginationen. Erstere lassen der Fantasie sehr viel Freiraum während geführte Imaginationen den Verlauf der Fantasie gezielt in eine bestimmte Richtung lenken. Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Fantasiereisen – mal sind es nur wenige Worte oder kurze Texte, teilweise sind es aber auch längere Geschichten. Inhaltlich sind die meisten einfach gehalten und lassen Raum für eigene Interpretationen. Bei einer Fantasiereise ist es wichtig keine übermäßig konkreten Vorgaben zu machen, damit das Kind seine Fantasien entwickeln kann. Geführte Imaginationen hingegen können sehr konkrete Vorgaben machen. Einige Geschichten bedienen sich der Grundlagen des autogenen Trainings. Durch immer wiederkehrende Worte und Formeln soll ein meditativer Zustand und eine verstärkte Konzentration auf den eigenen Körper erreicht werden. Die entstehende Entspannung wirkt sich positiv auf das Schmerzempfinden aus.Biofeedback
Mit dem englischen Begriff Biofeedback wird eine Methode bezeichnet, bei der die Veränderungen von biologischen Vorgängen mit technischen Hilfsmitteln sichtbar gemacht werden. Der Patient sitzt in der Regel dabei vor einem Computer. An seinem Körper sind Messsonden angebracht, die den Hautleitwert und damit indirekt den Grad der inneren Erregung misst. Dieser Messwert wird auf dem Monitor angezeigt, so dass der Patient eine Rückmeldung (Feedback) über seine biologische Funktion erhält. Diese Methode macht Kindern Spaß, weil sie an deren modernem Medienverhalten ansetzen. Leider werden bislang Biofeedback-Behandlungen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Mit Hilfe von schwachen elektrischen Strömen kann man den Nerv oder die Nervenwurzel stimulieren, die der schmerzenden Region zugeordnet ist. Diese transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) erfolgt über Elektroden, die auf der Haut angebracht werden. Die elektrischen Impulse, die man als Kribbeln wahrnimmt, können den Schmerz mehrere Stunden lang unterdrücken. Eingesetzt werden kann TENS vor allem bei akuten und chronischen Schmerzzuständen sowie bei degenerativen Veränderungen im Bereich der Gelenke und der Wirbelsäule. Mit Hilfe von Taschengeräten können Kinder ab einem Alter von 6 Jahren diese Behandlung nach Anleitung auch selbst zu Hause durchführen. Die Wirksamkeit der TENS wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Es gibt sowohl Studien die eine Wirksamkeit nachweisen, als auch Studien die keinen Vorteil für die TENS zeigen konnten.Kinderyoga
Im Yoga wird davon ausgegangen, dass der Mensch sich selbst spüren und erleben kann. Und das geht wunderbar, wenn man die Natur
beobachtet und imitiert. Der fest verwurzelte Baum, der fauchende Löwe – alles Yoga-Figuren, so genannte Asanas. Erwachsenen fällt es schwer, in solchen Figuren aufzugehen. Bei Kindern, gerade im Vorschulalter, gehört das Imitieren zum natürlichen Verhalten. Sie machen von sich aus schon Tiere nach und erzählen meist mit vollem Körpereinsatz. Spielerisch kann man Kinder sehr leicht zum Yoga hinführen und damit nicht nur die kindliche Motorik fördern, sondern auch Kopfschmerzen und Migräne lindern.
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