> bene-bambini > Der biologische Rhythmus des Kindes.

Kinder haben ein anderes Zeitempfinden als Erwachsene. Sie können nicht abschätzen wie lange eine Stunde dauert. Sie verbinden Zeit vielmehr mit Lebensumständen, Ereignissen und alltäglichen Abläufen.

Auch der biologische Rhythmus von Kindern ist noch nicht so voll ausgebildet wie der von Erwachsenen.


Der biologische Rhythmus des Kindes

 

In jedem Menschen tickt eine „innere Uhr“. Ob Schlafen, Wachen, Wachstum, Fortpflanzung, Hormonspiegel, Körpertemperatur, Konzentration, Geschicklichkeit oder Hörvermögen - alle körperlichen Abläufe unterliegen einer zeitlichen Ordnung und arbeiten nach exakten Rhythmen.

 

Der Wach- und Schlafrhythmus ist einer der wichtigsten biologischen Rhythmen des menschlichen Organismus. Er hat einen grundlegenden Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Obwohl der Wach-Schlafrhythmus genetisch festgelegt ist, funktioniert er nicht nach starren Regeln. Das zeigt sich daran, dass manche Menschen eher morgens aktiv sind, während andere erst abends so richtig lebendig werden. Durch diese Unterscheidung in Morgen- und Abendtypen spricht man auch von Lerchen und Eulen.

 

Unsere Körperuhr schafft die Voraussetzung, dass wir uns an zeitliche Veränderungen in der Außenwelt anpassen können. Beispielsweise an veränderte Tageslängen bedingt durch die Jahreszeiten, an zeitliche Umstellungen bedingt durch Schichtarbeit oder an eine Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus, der durch Flüge über Zeitzonen entsteht und als Jet-Lag bezeichnet wird.  


Bei Kindern ist dieser biologische Rhythmus noch nicht voll ausgebildet. Er stabilisiert sich erst im Laufe der kindlichen Entwicklung. Auch ist die innere Uhr der Kinder nicht immer der gesellschaftlichen Uhr angepasst und im Einklang mit dem Alltag der Eltern.

Während der Schwangerschaft lebt das ungeborene Kind den biologischen Rhythmus der Mutter. Erst nach der Geburt -in den ersten sechs Lebensmonaten - bildet das Baby seinen individuellen Schlaf-Wachrhythmus aus.

In den ersten zwei Lebensjahren gehören Kinder eher zu den Frühaufstehern. Je älter sie werden, desto weniger schlafen sie, auch der Mittagsschlaf wird seltener. Das Schlafbedürfnis steigt allerdings wieder im Alter von 12, 13 Jahren. Typisch für diese Entwicklungsphase ist die Müdigkeit am Nachmittag. Dafür wird Abends später ins Bett gegangen. In der Pubertät entwickeln sich manche Jugendliche sogar zum Langschläfer.

 

Für viele Eltern ist die Einstellung der inneren Uhr ihres Kindes eine aufregende Zeit in der Erziehung - manchmal recht mühsam, verbunden mit schlaflosen Nächten und quälenden Fragen: „Mache ich alles richtig? oder Ab wann schläft mein Kind durch?“.

Das Mysterium der körpereigenen Rhythmen wird von Chronobiologen (Lebenszeiten-Forscher) erforscht und beschrieben. Ihre Erkenntnisse helfen uns Antworten auf ganz alltäglichen Fragen zu finden, wie: Braucht mein Kind feste Essens- und Schlafenszeiten? Oder: Mein Kind ist ein Langschläfer. Kann sich das im Laufe des Lebens noch verändern?


Fragen, die viele Eltern beschäftigen:

Brauchen Kinder einen festen Rhythmus?

Erkenntnisse der Chronobiologie bestätigen: Der Alltag eines Kindes sollte in jedem Fall einen gewissen Rhythmus und eine Regelmäßigkeit haben. Dazu gehören auch feste Essens- und Schlafenszeiten. Diese sorgen für ein Gefühl der Sicher- und Geborgenheit, was wiederum zu einer Ausgeglichenheit beim Kind führt.

Kinder verinnerlichen wiederkehrende Zeitstrukturen haben Forscher herausgefunden. Zum Beispiel schaffen tägliche "zu Bett Geh Rituale" eine Orientierung im Tagesverlauf eines Kindes.

 

Wenn sich die zu „Bett Geh Zeiten“ verschieben – geraten Kinder dann aus ihrem Rhythmus?

Ändert sich der Rhythmus zum Beispiel am Wochenende oder über die Urlaubszeit, dann dauert es bis sich der Alltagsrhythmus wieder einpendelt. Kinder reagieren diesbezüglich ähnlich wie Erwachsene.

 

Erlaubt man Kindern am Abend länger aufzubleiben, schlafen sie dann am nächsten morgen länger?

Viele Eltern fragen sich ob diese Taktik funktioniert. Leider nicht immer. Kinder, die regelmäßige Zeiten gewöhnt sind, wachen auch morgens zur gleichen Zeit auf, auch wenn sie später als sonst zu Bett gegangen sind. Daher sollte der entgangene Nachtschlaf unbedingt z. B. durch einen Mittagsschlaf ausgeglichen werden. 

 

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