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Schmerzen natürlich begegnen –

die Behandlung mit Hausmitteln


Wenn es um leichte bis mäßig starke Schmerzen geht, ist der Griff in den Arzneischrank kein unbedingtes Muss, denn gegen vieles ist ein Kraut gewachsen. Mittlerweile gibt es viele wissenschaftliche Belege dafür, dass die von Generation zu Generation überlieferten Hausmittel in manchen Fällen genauso gut helfen wie ein Arzneimittel. Und zwar ohne Nebenwirkungen.

Bitte bedenken Sie aber: ein verantwortungsvoller Umgang mit den Kräften der Natur ist sehr wichtig ist. Wadenwickel, Kamillentee und Zwiebelkissen sind kein Ersatz für eine notwendige medizinische Behandlung. Sie können den Genesungsprozess lediglich unterstützen.

Ein Arzt sollte unbedingt aufgesucht werden, wenn

  • das Hausmittel nicht wirkt
  • zum schlechten Allgemeinzustand mehrtägiges Fieber oder Erbrechen hinzukommt
  • keine Klarheit über die Art des Leidens besteht

 

Hinweis für Allergiker!

Bitte beachten Sie: Wenn der Erkrankte schnell zu allergischen Reaktionen neigt, sollten Sie Heilkräuter nur sparsam verwenden. Testen Sie unbedingt zuerst in geringen Mengen, ob die Substanz vertragen wird.


Wählen Sie hier das passende Hausmittel zum

entsprechenden Schmerzsymptom:


> Kopfschmerzen


> Halsschmerzen


> Zahnschmerzen


> Gelenkschmerzen – verursacht durch stumpfe Verletzungen


> Entzündliche Gelenkschmerzen


Kofpschmerzen

 

Bei Kopfschmerzen ist absolute Ruhe wichtig. Am besten hilft ein schmerzlindernder Umschlag, der je nach Bedarf des Erkrankten warm oder kalt angelegt wird.

Zitronenumschlag

Was benötigen Sie dazu?
1 Zitrone, Mulltuch
Was ist zu tun?
Pressen Sie eine Zitrone aus und träufeln Sie den Saft auf ein Mulltuch. Legen Sie das Tuch auf die Stirn des Erkrankten und wickeln Sie ein Handtuch um den Kopf. Der Umschlag ist nach etwa einer halben Stunde wieder zu entfernen.

 

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Meerrettichkompresse

Was benötigen Sie dazu?
1 Stange Meerrettich
Was ist zu tun?
Hacken Sie Meerrettich klein, befeuchten Sie die Masse und wickeln Sie diese in ein Tuch. Legen Sie die Packung für etwa 10 Minuten auf den Nackenansatz des Erkrankten.
Achtung: Nicht bei empfindlicher Haut anwenden.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bitte sofort dann, wenn

  • die Kopfschmerzen immer wieder auftreten
  • der Erkrankte sich eine Verletzung am Kopf zugezogen hat
  • Übelkeit, Erbrechen, steifer Hals, Kopf- und Zahnschmerzen hinzukommen

 


Halsschmerzen


Warme Halswickel oder eine Tasse Tee aus getrocknetem Salbei sind genau das Richtige bei Halsschmerzen.

Salbei-Tee

Was benötigen Sie dazu?
1/4 l Wasser, 1 TL getrockneten Salbei
Was ist zu tun?
Überbrühen Sie den Salbei mit kochendem Wasser, seihen Sie die Blätter nach 10 Minuten ab und lassen Sie den Tee abkühlen. Der Tee ist ungesüßt zu trinken oder aber auch schluckweise zu gurgeln – am besten stündlich.

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Lindenblüten-Kamillen-Tee

 

Was benötigen Sie dazu?
20 g Lindenblüten, 20 g Kamillenblüten,
1/4 l Wasser, Honig
Was ist zu tun?
Mischen Sie die Kräuter, übergießen Sie einen Teelöffel davon mit dem kochenden Wasser und lassen Sie das Ganze 5 Minuten ziehen. Seihen Sie die Kräuter anschließend ab. Der Tee kann nach Belieben mit Honig gesüßt werden und sollte in kleinen Schlucken getrunken werden.

 

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Kartoffel-Umschlag

Was benötigen Sie dazu?
2 ungeschälte Kartoffeln
Was ist zu tun?
Kochen Sie die beiden Kartoffeln mit der Schale. Zerdrücken Sie die weichen Kartoffeln in einem Geschirr- oder Windeltuch und wickeln Sie den Brei darin ein. Legen Sie den warmen Umschlag (vorher die Temperatur mindestens 30 Sekunden an sich selber testen) um den Hals des Erkrankten und fixieren Sie ihn mit einem Schal. Lassen Sie den Umschlag circa eine halbe Stunde wirken.

 

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Zitronen-Halswickel

Was benötigen Sie dazu?
1 EL Zitronensaft, 1 große Tasse Wasser
Was ist zu tun?
Geben Sie den Zitronensaft in das warme oder kalte Wasser – je nachdem, welche Temperatur für den Erkrankten angenehm ist – und tauchen Sie ein dünnes Tuch darin ein. Wringen Sie es anschließend aus und legen Sie es um den Hals des Erkrankten. Achten Sie darauf, dass Sie dabei den Nacken nicht bedecken. Binden Sie dem Erkrankten anschließend einen Wollschal um den Hals, um den Wickel zu fixieren, und lassen diesen etwa eine halbe Stunde wirken.

 

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Zuckerzwiebeln

Was benötigen Sie dazu?
4 Zwiebeln, 7 EL Zucker
Was ist zu tun?
Schneiden Sie die Zwiebeln in kleine Würfel und füllen Sie diese in einen verschließbaren Behälter. Streuen Sie den Zucker darüber, schließen Sie das Gefäß und schütteln alles gut durch. Lassen Sie das Zucker-Zwiebel-Gemisch so lange stehen, bis sich Saft sammelt, von welchem viermal täglich ein Teelöffel einzunehmen ist. Aus den Zwiebeln fließt noch etwa zwei Tage lang Saft.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bitte sofort dann, wenn

  • der Erkrankte Fieber bekommt
  • sich nach spätestens drei Tagen keinerlei Besserung zeigt

 

Zahnschmerzen


Hausmittel können nur helfen, die Schmerzen etwas zu lindern. Sie sollten nur als Überbrückung bis zum möglichst bald erfolgenden Zahnarztbesuch genutzt werden.

Nelkenöl

Was benötigen Sie?
Nelkenöl, etwas Watte
Was ist zu tun?
Träufeln Sie etwas Nelkenöl auf ein kleines Stück Watte und drücken Sie dieses direkt auf den Zahn — jedoch nicht auf das Zahnfleisch.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Wer Zahnschmerzen hat, sollte stets einen Zahnarzt aufsuchen.


Gelenkschmerzen – verursacht durch stumpfe Verletzungen


Bei Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen und Quetschungen haben sich folgende Hausmittel bewährt:

Kälte

hilft meist in akutem Zustand. Damit Sie im Notfall immer etwas Kühles griffbereit haben, empfiehlt es sich, eine Mullbinde ins Tiefkühlfach zu legen. So ist diese immer griffbereit für den Notfall.


Pfefferminzöl

Mischen Sie 10 Tropfen Pfefferminzöl mit 10 ml 40-prozentigem Ethanol. Und reiben Sie die verletzte Stelle 2 bis 4 mal täglich damit ein. Bitte beachten Sie: Unbedingt danach die Hände waschen, damit das Öl nicht versehentlich in die Augen kommt.

 

Arnika

Bei leichten Verletzungen hilft auch Arnika. Die Blüten wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd. Für einen Umschlag mit Arnika brühen Sie 4 Teelöffel Arnikablüten mit 1 Tasse kochendem Wasser auf und lassen das Gemisch 10 Minuten ziehen. Anschließend seihen Sie es ab, tauchen ein Leinentuch in den Tee und legen dieses noch warm auf die schmerzende Stelle. Die Einwirkzeit sollte etwa 30 Minuten betragen und kann 3 bis 4 mal täglich wiederholt werden.

 

Entzündliche Gelenkschmerzen


Teufelskrallenwurzeltee

Um Entzündungen zu hemmen und vorzubeugen, eignet die afrikanische Teufelskralle in Form von Tees sowohl bei Arthrose als auch bei rheumatoider Arthritis.

Zubereitung: Übergießen Sie grob zerriebene Teufelskrallenwurzel mit kochendem Wasser. Die Teufelskralle enthält ein Wirkstoffgemisch mit einem hohen Bitterstoffgehalt. Der Tee muss dann acht Stunden – am besten über Nacht – ziehen. Kochen Sie den Tee vor dem Trinken noch einmal auf und seihen ihn durch ein Sieb ab. Die zubereitete Menge sollte für drei Tagesportionen bemessen sein. Bei Bedarf kann man den Tee mit Honig süßen.

Quarkumschläge

Quarkumschläge haben sich bei Gelenkentzündungen gut bewährt. Essig oder Arnikatinktur können die lindernde Wirkung verstärken. Tragen Sie den Quark kalt auf ein feuchtes Tuch auf, legen Sie es mit der Quarkseite auf die Haut und fixieren das Ganze anschließend mit einem Schal oder Wolltuch. Etwa eine halbe Stunde einwirken lassen.

Sellerietee

Die Sellerieknolle eignet sich ideal zur Herstellung eines entzündungshemmenden Aufgusses. Schneiden Sie dazu den Sellerie in kleine Stücke, übergießen ihn mit kaltem Wasser und lassen ihn kurz aufkochen. Seihen Sie den Sud dann ab, süßen ihn eventuell mit Honig und trinken am besten täglich zwei Tassen davon. Vorsicht! Wenn eine Nierenentzündung besteht, ist dieser Tee ungeeignet.

Kohlwickel

Ein altbewährtes Hausmittel, das aufgrund seiner kühlenden Wirkung geschätzt wird, ist Weißkohl. Bei Entzündungen entzieht er dem Körper zudem Gift- und Schlackenstoffe. Für Kohlwickel schneiden Sie die Mittelrippen der Blätter heraus und rollen diese mit einer Glasflasche, bis der Saft austritt. Dann können Sie die Kohlblätter auf das entzündete Gelenk legen und mit einem Tuch umwickeln. Alternativ zu Kohl eignet sich hierzu auch Wirsing.

Brennnessel und Weidenrinde

Es gibt vielfältige Teemischungen, die sich zur Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen anbieten. Fast immer gehören das entwässernde Brennnesselkraut und Weidenrinde als schmerzlindernde Komponente zu den Bestandteilen der Tees. Zur Verbesserung des Geschmacks kann man Pfefferminz- oder Malvenblüten dazugeben.

Ebenfalls wirkungsvoll ist eine Teemischung, bei der Brennnesselkraut, Mädelsüßblüten, Weidenrinde, Goldrutenkraut und Johanniskraut vermischt und mit kaltem Wasser übergossen werden. Lassen Sie diese Mischung circa 1 Stunde ziehen, erhitzen Sie sie bis zum Kochen und nehmen diese anschließend sofort vom Herd. Danach wieder für 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und sofort trinken. Am besten 3 bis 4 Tassen täglich.

Tipp! Um die Fingergelenke beweglich zu halten, kann man die Hände ganz einfach in einer Schüssel trockener Linsen oder Kirschkerne bewegen. Das ist gut für chronische ebenso wie für entzündliche Gelenkprobleme.


Anwendungen im nicht-aktivierten Zustand (Artrose und Arthritis)


In dieser Phase hilft vor allem Wärme. Eine lokale Erwärmung der Haut und des darunter liegenden Gewebes fördert reflektorisch die Durchblutung. Die Muskulatur entspannt sich. Dafür sind besonders Heublumen- oder Rheumabäder geeignet. Am besten eignet sich ein ansteigendes Bad, bei dem die Temperatur von 37 auf 39 °C erhöht wird. Jeden zweiten Tag sollte man 15 Minuten baden. Eine Kur sollte mindestens 12 Bäder umfassen.

Neben dem Heublumenbad ist die Anwendung eines Heusacks beliebt, der gezielt auf das betroffene Gelenk gelegt werden kann. Fertige Heusäcke bekommen Sie in der Apotheke.

Tees aus Heilkräutern

Zur Linderung von Arthrose können Sie in dieser Phase auch Tees aus Heilkräutern als Langzeittherapie einsetzen, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Ein Beispiel hierfür ist Tee aus der Teufelskrallenwurzel. Er muss aber mindestens drei Wochen eingenommen werden, bis eine Wirkung spürbar wird.

Badezusätze

Rosmarinöl ist in der Kombination mit Eukalyptusöl ideal als Badezusatz, um die Durchblutung zu fördern. Den gleichen Effekt erzielen Sie mit einem Massageöl aus 10 Tropfen Wacholderöl, 10 Tropfen Rosmarinöl, 5 Tropfen Lavendelöl und 5 Tropfen Zitronenöl. Dabei ist Olivenöl als Basisöl zu verwenden.

Internet-Links zum Thema:

http://www.rheuma-liga.de/

http://www.schmerzliga.de/


Literatur-Tipps zum Thema:


Handbuch der Klosterheilkunde

Dr. Johannes Gottfried Mayer / Dr. med. Bernhard Uehleke /
Pater Kilian Saum
Zabert Sandmann 2002

Großmutters Hausmittel neu entdeckt

Reader´s Digest Verlag Das Beste, Stuttgart, Zürich, Wien 2002


Ergänzend oder alternativ zu diesen bewährten Hausmitteln ist häufig zur zügigen Linderung der Beschwerden eine Behandlung mit Arzneimitteln empfehlenswert. Natürlich in Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Das besonders verträgliche Schmerz- und Fiebermittel ben-u-ron ist z. B. für viele Menschen fester Bestandteil ihrer Haus- und Reiseapotheke.


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