Ernährung für Schmerzpatienten
Neben dem Einsatz von Medikamenten zur Schmerzlinderung macht es Sinn, insbesondere hartnäckige sowie chronische Schmerzen mit zusätzlichen Maßnahmen zu begegnen. So kann eine Ernährungsumstellung mittels gezielt zusammengestellter Ernährung langfristig das Wohlbefinden bei chronischen Schmerzen steigern. Eine fleischarme, gemischte oder rein vegetarische Ernährung leistet einen Beitrag darüber hinaus, das Schmerzgeschehen günstig zu beeinflussen. Dabei spielt die Verminderung der Arachidonsäure (eine vierfach ungesättigte Fettsäure) aus der Nahrung eine Rolle. Sie ist Ausgangsstoff für verschiedene hormonähnliche Substanzen, die an der Entstehung von Schmerzsignalen beteiligt sind – beispielsweise die Prostaglandine. Arachidonsäure ist vor allem in tierischen Lebensmitteln in hoher Konzentration enthalten.
Obst und Gemüse mit einem hohen Gehalt an Vitalstoffen, vor allem den sogenannten Antioxodantien, stärken das Immunsystem und schützen vor den nachteiligen Auswirkungen von Entzündungsprozessen. Weiterhin sollte der Aufbau von Serotonin gefördert werden. Ein verminderter Serotoningehalt im Gehirn wird mit einer Erniedrigung der Schmerzschwelle und einer depressiven Stimmung in Verbindung gebracht. Der Serotoninaufbau kann unterstützt werden über eine eiweißreiche Nahrung, bspw. aus Milch und Milchprodukten. Darin ist die Aminosäure Tryptophan enthalten, der Grundbaustein für den Nervenbotenstoff Serotonin. In Verbindung mit Kohlenhydraten verbessert sich die Serotoninproduktion im Gehirn. Die praktische Umsetzung wäre das Müsli, aber auch Milch mit Honig, ein Milchshake mit Banane oder als Hauptmahlzeit Fisch mit einer Portion Reis. Besonders wichtig bei der Ernährung von Schmerzpatienten sind Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren.
Vitamin E
Dieses Vitamin schützt andere Vitamine, Hormone und Enzyme vor freien Radikalen, die zum Beispiel bei Stress und Krankheiten entstehen. Unter anderem kann Vitamin E schmerzhafte und entzündliche Prozesse bei Rheuma positiv beeinflussen.
Omega-3-Fettsäuren
Sie gelten als Stimmungsaufheller und werden in entzündungshemmende Stoffe umgewandelt. Sie verhindern, dass die Arachidonsäure ihre entzündungsfördernde Wirkung entfalten kann. Vermehrt Omega-3-Fettsäuren werden aufgenommen, wenn pflanzliche Öle wie Leinöl oder Fisch auf dem Speiseplan stehen.
Eine abwechslungsreiche, vorwiegend vegetarische Ernährung mit leicht verträglichen Lebensmitteln - verbunden mit einer gesunden Lebensweise - bringt für Schmerzpatienten ein doppeltes Plus:
- Der Aufbau schmerz- und entzündungsfördernder Stoffe im Körper
wird zurückgeschraubt - Gesundheitsfördernde Substanzen werden vermehrt aufgenommen

